Bewusstsein & Mindset

Was ist ein Mindset?

In unserem Kopf finden ständig Verarbeitungsprozesse statt. Die Informationen der Situation werden mit bekannten Situationen abgeglichen und dann entsprechende Verarbeitungsprozeduren aktiviert. Sie interpretieren die Situation, bewerten sie und führen zu bestimmten Verhaltensweisen. Und das Ganze passiert unbewusst. Ähnliche Situationen führen deshalb häufig zu den immer gleichen Denk und Verhaltensmustern. Mindsets sind tief in unserem Kopf sitzende Denkmuster, die wir auf wiederkehrende Situationen anwenden. 

„Man kann einem Menschen nichts beibringen, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken“

Galileo Galilei

Mindsets bestimmen unser Leben

Mindsets sind neuronale Netzwerke, die sich im Laufe des Lebens gebildet haben. Sie bestimmen über Rückkopplung mit den Sinnen auch die Wahrnehmung. So sehen wir in einer Situation nur das, was der Kopf möchte. Und das ist meist das, was unser Mindset unterstützt. Abweichende Informationen werden vernachlässigt. Diese selektiv ausgewählten Informationen gehen dann zur Verarbeitung in unsere Kopf. Dort werden sie Interpretation und Bewertung und bestimmten dann unser Verhalten.

Ein Mann kann z.B. die Nachfragen seiner Frau als Drängeln oder Bevormundung interpretieren. Die Wahrnehmung konzentriert sich dann vielleicht auf den Unterton, das genervte Stirnrunzeln oder die Armen in den Hüften. Der kleine Snack in der Hand und das Lächeln werden vielleicht übersehen. Es passt nicht zu der angestrebten Interpretation.

Mindsets haben wir irgendwann einmal gelernt, wir haben sie wahrscheinlich unbewusst übernommen. Deshalb sind Mindsets schwierig bei sich selbst wahrzunehmen. Wir empfinden das was wir denken als richtig und einzig wahre Möglichkeit. Und wir kennen tausende von Gründen, warum wir Recht haben. Informationen zu einer anderen Interpretation haben wir ja nicht gehabt.

"Ob du glaubst du schaffst es, oder ob du glaubst, du schaffst es nicht - du wirst auf alle Fälle Recht haben

Henry Ford

Mindset - ein Beispiel

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie Menschen mit Fehlern umgehen. Manchen Menschen sind Fehler peinlich und sie möchten Sie am liebsten ungeschehen machen. Sie fühlen sich dumm und ärgern sich, in dieser Situation ein falsches Verhalten an den Tag gelegt zu haben. Carol Dweck nennt das ein “fixed mindset”

Andere finden Fehler in ihrem Leben gut. Dadurch können Sie lernen es beim nächsten Mal besser zu machen und sich weiter entwickeln. Sie sehen Fehler nicht als Fehler sondern als Lernmöglichkeit an. Carol nennt dies ein “growth mindset”

Einige Mindsets sind hilfreich einige nicht

Mindsets kenne die Wissenschaft mittlerweile einige. Optimismus/Pessimismus; fixed oder growth mindset; Problem oder Lösungsorientierung, um nur einige zu nennen. Je nach Situation und Beruf, sind einige hilfreich andere nicht.

Ein “growth mindset” ist in einer sich schnell ändernden Firma sicherlich von Vorteil. Dadurch Lernen wir mit neuen Situationen umzugehen, sind Änderungen gegenüber aufgeschlossen und entwickeln uns schnell weiter.

Als Manager stehen wir also vor der Aufgabe, unsere eignen Mindsets zu durchleuchten und zu überprüfen und die Mindsets unserer Teammitglieder zu erkennen und richtig einzusetzen.

“Until you’re ready to look foolish, you’ll never have the possibility of being great.”

Bewusstsein - der Schlüssel zur Erkenntnis

Weil die Denkprozesse unbewusst ablaufen, ist es schwierig diese zu entdecken. Häufig konnen wir nur die Auswirkungen bemerken und Rückschlüsse ziehen. Wenn wir durch einen Fehler also wieder mal total frustriert sind, dann können wir das bewusst bemerken und uns dazu auffordern, doch bitte auszusteigen und zu Lernen, wie man mit der situation das nächste Mal besser umgeht und eher zum Ziel kommt.

Einmal in Ruhe über sein leben nachzudenken, zu bemerken, wie man ist und was man gerne anders möchte ist ein zentraler Punkt. Und dabei zu erkennen, welche Dinge wir wirklich möchten und welche nur Fake sind macht die Sache noch interessanter. Aber das ist persönliche Entwicklung – und das fördert Neuroleadership.